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Nachhaltige Nutzung der Gelben Anakonda in Argentinien

Das BLV unterstützt Projekte im Bereich Artenschutz, welche einen direkten Bezug zur Tätigkeit des Amtes und zur Schweiz haben. Hierzu gehört auch das Langzeitprojekt «Nachhaltige Nutzung der gelben Anakonda in Argentinien». Die in der Schweiz angesiedelte Luxusgüter- und Uhrenindustrie ist ein grosser Abnehmer von Reptil-Lederwaren. Da die Schweiz so zu einem grossen Umschlagplatz für solche Lederwaren wurde, ist sie an der nachhaltigen Nutzung dieser Reptilien stark interessiert.

Die gelbe Anakonda ist in CITES Anhang II (vgl. Box) aufgeführt, welcher einen Handel erlaubt, solange er nachhaltig durchgeführt und entsprechend dokumentiert ist. Die Schlangenart kommt in Südamerika vor und lebt primär in Feuchtgebieten. Die gelbe Anakonda ist die grösste in Argentinien vorkommende Schlange. Sie kann vier bis fünf Meter lang werden. Die gewonnene Haut ist sehr gefragt und die Schlangenart wurde deswegen lange Zeit auf nicht nachhaltige Art und Weise gejagt. Um die gelbe Anakonda vor der Ausrottung zu schützen, wurde der Handel eingestellt und erst wieder aufgenommen, als ein begleitendes wissenschaftliches Programm initiiert wurde, das zum Ziel hat, die Nachhaltigkeit der Wildentnahmen sicherzustellen. Das BLV hat über die letzten Jahre Teile dieser wissenschaftlichen Begleitung finanziert.

 

Gelbe Anakonda (Bild von M. Lörtscher, BLV zur Verfügung gestellt)

 

In einem ersten Schritt wurden in der nicht genutzten Population der gelben Anakonda biologische Parameter der einzelnen Tiere wie auch der ganzen Population erfasst. Dazu gehören Angaben zu Länge, Gewicht, Anzahl vorhandener Embryonen, Geschlechtsreife und Zustand der inneren Organe. Diese Angaben dienen als Referenz zur Beurteilung, wie gesund die Tiere und die Population sind. Anschliessend wurden im Sinne einer «Adaptive Management Strategy» konservative Fangquoten festgelegt. Die Auswirkungen der Jagdaktivitäten auf die genutzte Population der gelben Anakonda werden anhand der biologischen Parameter überprüft. Zudem werden auch die Umweltparameter, wie beispielsweise Temperatur und Niederschläge, im Lebensraum der Schlangen erhoben und deren Auswirkungen auf die Population ermittelt. Basierend auf den Erkenntnissen aus den letztjährigen biologischen Parametern und den Umweltfaktoren ist es möglich, jährlich die Fangquoten so festzulegen, dass die Art heute durch die vorwiegend arme Lokalbevölkerung nachhaltig genutzt werden kann. Das entsprechende Monitoring Programm wurde etabliert und wird in jeder Jagdsaison durchgeführt. Sobald sich festgelegte Parameter verändern, die für den Erhalt des Bestandes wichtig sind, können die Fangquoten so angepasst werden, dass die Bestände nachhaltig gesichert sind. Die neuen Fangquoten werden wiederum beobachtet.

 

Familie mit erlegten Schlangen (Bild von der Fundacion Biodiversidad zur Verfügung gestellt)

 

Überprüfen der Parameter bei den erlegten Tieren (Bild von der Fundacion Biodiversidad zur Verfügung gestellt)